Besser unterrichten, Entspannter in der Schule

Von Lehrern für Lehrer: 8 ultimative Tipps

Welche Tipps könnt ihr neuen Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern geben? Das hatten wir engagierte Lehrerinnen und Lehrer auf Facebook gefragt. Herausgekommen sind acht Tipps, die nicht nur wirklich Mut machen und weiterhelfen. Aus ihnen sprechen auch viel Verständnis, Gemeinschaftsgefühl und Optimismus.

1. Nutzen Sie den Zauber des „noch nicht“.

Bina Schu: „Nicht nur die Kinder lernen und wachsen. In der gleichen Zeit lernen auch Lehrer. Und für beide ist die Wortverbindung „noch nicht“ unendlich wertvoll. Ein Kind versteht den Zehnerübergang *noch* nicht, schreibt *noch* nicht vernünftig in den Zeilen, kann sich *noch* nicht zurücknehmen und in die Klasse einordnen. Und mit genau der gleichen Gnädigkeit darf ein Junglehrer auch selbst sagen, dass er *noch* nicht organisiert genug ist, *noch* kein System für einen funktionierenden Wochenplan gefunden hat, *noch* Schwierigkeiten damit hat, die Lautstärke im Klassenzimmer schnell genug zu dämpfen. Es muss nicht alles schon heute tadellos funktionieren, man muss nicht jeden pädagogisch sinnvollen Tipp heute schon umsetzen, man muss nicht von heute auf morgen Unterricht wie im Uni-Lehrbuch halten. Wichtig ist, dass man dran bleibt und aus dem *noch* die Motivation rauszieht, seinen Unterricht immer wieder zu überdenken und zu schauen, ob man sich vielleicht jetzt dann doch irgendetwas zutrauen könnte. Aber wenn ich von einem Erstklässler keine fehlerfreie schriftliche Division mit Rest verlangen kann, muss ich von mir auch nicht in den ersten Dienstjahren verlangen, fehlerfreie pädagogische Wunderplunderstunden am laufenden Band abzuliefern.“

 

2. Vergessen Sie Ihre Mandalas nicht.

Gerd Wilke: „Unverhofft kommt oft! 😉 Für spontane Vertretungsstunden ist es hilfreich, immer eine Mappe mit Rätseln, Mandalas oder Bingo-Spielplänen parat zu haben.“

 

3. Tun Sie etwas – für sich selbst.

Johanna Lapuissante: „Regelmäßig etwas für sich selbst tun! Das vergisst man im ersten Jahr und ich merke gerade selbst, wie wichtig das ist. Sport, Freunde treffen… und wenn man mal etwas einfach NICHT vorbereitet (= z. B. laminiert 😉 ), dann merkt man, dass davon die Schulwelt auch nicht untergeht. 😉 “

 

4. Verbiegen Sie sich nicht.

Rico Schmitti: „Bleib so wie du bist! Verbiege dich nicht für andere (Kollegen, Eltern). Und bleibe dabei Mensch und lächle mit den Schülern zusammen.“

 

5. Alle guten Dinge sind drei.

Farah Mareen: „Drei wichtige Dinge im Schulalltag: gut geplante Stunden, viel Kraft und ein leckeres Pausenbrot. 😉 “

 

6. Inspirieren Sie sich bei anderen.

Nadine Gallas: „Schaut den alten Hasen über die Schulter! Sie haben Wissen, Erfahrung und über die Jahre vieles relativiert. Ich profitiere auch nach 17 Jahren Unterricht immer noch besonders, wenn ich mich mit älteren Kolleginnen austausche. Eine weitere gute Möglichkeit nicht im eigenen Saft zu kochen: Über den Tellerrand gucken. Wie machen es die anderen? Und zuletzt: nicht zu viel zu wollen. Weniger ist oft mehr.“

 

7. First things first.

Ulrike Osthues-Strack: „Sich viel Zeit für Gespräche mit der Klasse nehmen, auch, wenn dann mal eine Stunde des Unterrichts wegfällt. Für die Gemeinschaft in der Klasse helfen Morgenkreis, Klassenrat und Sozialtraining.“

 

8. Bleiben Sie sich treu.

Carina Hilweg: „Erstmal tief durchatmen und sich und seinem Stil treu bleiben. 😉“

 

Wir danken den acht Lehrerinnen und Lehrern ganz herzlich für ihre guten Tipps! Sie haben auch noch einen Ratschlag auf Lager? Ergänzen Sie ihn gern in den Kommentaren!

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