Lernbienen kennenlernen

Plan B: Was Lehrer noch arbeiten: Verlegerin

Lehrerin oder Lehrer ist ein Traumjob – keine Frage! Doch muss man ja nicht immer dasselbe träumen ;-). Deshalb stellen wir Ihnen in unserer neuen Reihe Lehrerinnen und Lehrer vor, die heute in ganz anderen Berufen arbeiten – und aus ihrem Alltag berichten. Den Auftakt macht die Lernbiene-Chefin Bianca Kaminsky.

5 Fragen an Bianca Kaminsky

1. Was machen Sie an einem Arbeitstag morgens als Erstes?

Ich setze mich mit einem Soja-Cappuccino oder einem grünen Tee an meinen hoffentlich aufgeräumten Schreibtisch und verschaffe mir als Allererstes einen Überblick über meine E-Mails.

2. Woran arbeiten Sie gerade?

Es gibt immer verschiedene Projekte, die parallel laufen. Wichtigstes ist zurzeit eine neue Materialreihe, die ich plane. Das heißt also viel lesen, vor allem Lehrpläne. Aber auch, Ideen zu entwickeln und wieder zu verwerfen, um am Ende dann hoffentlich ein stimmiges Konzept auf dem Papier zu haben :-).

3. Wie kam es, dass Sie nicht mehr als Grundschullehrerin arbeiten?

Mein Mann zog vor Jahren berufsbedingt nach Bayern – und ich hinterher. Der Umzug brachte dann die grundsätzliche Frage auf: Möchte ich noch einmal zur Uni gehen und ein zusätzliches Fach studieren? Als hessische Grundschullehrerin hatte ich eine Fächerkombination studiert – Deutsch und Sachunterricht –, die damals in Bayern zum Unterrichten nicht ausreichte.

Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits die Lernbiene. Sie war aber eher ein ambitioniertes Hobby, beschäftigte mich also vor allem an den Wochenenden und nach Feierabend. Ich verkaufte meine selbsterstellten Unterrichtsmaterialien nebenbei über einen kleinen Shop im Internet.
Statt nach meinem Umzug nach Bayern wieder an die Uni zu gehen, entschied ich mich, Vollzeitverlegerin zu werden und die Lernbiene zu einem richtigen Verlag zu machen, mit allem, was dazugehört. Das ist nun schon über zehn Jahre her. Rückblickend bin ich froh über diesen vermeintlichen Stolperstein.

4. Nennen Sie zwei Dinge: Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf und was überhaupt nicht?

Ich liebe die Freiheit, die ich in meinem Beruf habe. Ich habe die Möglichkeit, den Verlag nach meinen Vorstellungen entwickeln zu können – welche Materialien möchten wir herausbringen, welche Themen sind spannend, mit wem möchten wir zusammenarbeiten?
Und ich finde es nach wie vor fabelhaft, wenn aus ersten losen Gedanken in der Redaktion schließlich etwas Konkretes entsteht, also „richtige“ Hefte, Mappen, Bücher. Es begeistert mich nach wie vor, wenn ich dann ein neues Unterrichtsmaterial in den Händen halte und mir vorstelle, wie unsere Kundinnen und Kunden damit arbeiten :-).

Was mir gar nicht gut gefällt? Die vielen E-Mails, die tagtäglich auf Beantwortung warten. Zum Glück beherrsche ich das Zehnfingersystem, sonst würde ich wohl jeden Tag eine Stunde länger tippen müssen ;-).

5. Was würden Sie anderen Grundschullehrerinnen und -lehrern raten, die über einen Plan B nachdenken?

Zunächst einmal: dem Wunsch nach Veränderung nachspüren – will ich wirklich die Schule hinter mir lassen oder bin ich eher damit unzufrieden, wie es gerade in der Schule läuft? Manchmal drückt der Schuh woanders, man ist gerne Lehrerin oder Lehrer, doch es läuft vielleicht länger schon unrund.
Spürt man aber, dass man tatsächlich etwas anderes machen will, sollte man sich fragen: Welche Fähigkeiten und Interessen habe ich? Was kann ich wirklich gut? Und wo kann ich meine Talente einbringen? Von Nachhilfeinstituten über Sprachschulen bis zum Verlag: Dies sind nur einige (eher schulnahe) Bereiche, in denen sich vor allem Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihres Knowhows gut einbringen können.

Bianca Kaminskys Alltag in 3 Bildern

Erste "Amtshandlung" am Morgen: E-Mails checken

Eine typische Tätigkeit: Recherche

Lieblingsmoment: Die Freude über fertige Werke

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