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Plan B: Was Lehrer noch arbeiten: Redakteur

Sie sind Lehrerin oder Lehrer, überlegen aber manchmal, noch einmal etwas ganz anderes zu machen? Dann lassen Sie sich von der neuen Ausgabe unserer Plan-B-Reihe inspirieren. Lernbiene-Redakteur Gerd Wilke plaudert aus seinem Alltag.

5 Fragen an Gerd Wilke

1. Was machen Sie an einem Arbeitstag morgens als Erstes?

Nach dem ersten Spaziergang mit dem Hund und dem Frühstück lese ich als Erstes meine E-Mails. Dann antworte ich je nach Dringlichkeit auf die Mails oder widme mich meinen laufenden Projekten.

2. Woran arbeiten Sie gerade?

Aktuell arbeite ich an der Konzeption und Fertigstellung verschiedener Lernwerkstätten und Ratgeber. Meine Hauptaufgabe ist das Betreuen eines Materials von der ersten Idee der Autoren bis hin zur Produktionsreife des fertigen Materials. Innerhalb dieser Spanne gibt es dann viele Teilschritte, zu denen das gemeinsame Planen, Besprechen, Sichten, Überprüfen, Layouten und vieles mehr gehören.

3. Wie kam es, dass Sie nicht mehr als Lehrer arbeiten?

Ich merkte erst im Referendariat, dass mir das Unterrichten Probleme bereitet – vor allem in schwierigen Klassen. Ich konnte allerdings schon immer gut Unterrichtsmaterialien selbst erstellen und das hat mir während des Referendariats am meisten Freude bereitet. Und so habe ich mich nach dem Referendariat bei verschiedenen Schulbuchverlagen beworben und konnte schließlich bei einem Stuttgarter Verlag ein Volontariat absolvieren. Dort habe ich dann drei Jahre als Redakteur eigene Projekte betreut. Danach zog es meine Frau und mich zurück in unsere Heimat nach Oldenburg, wo ich dann freiberuflich für verschiedene Verlage arbeitete. In dieser Zeit kam auch der Kontakt zum Lernbiene Verlag zustande, für den ich seit 2015 als festangesteller Redakteur arbeite.

4. Nennen Sie zwei Dinge: Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Beruf und was überhaupt nicht?

Schon als Kind habe ich gerne kleine Geschichten geschrieben und heute schreibe ich immer noch gerne. Das Arbeiten mit Texten und das Optimieren des Layouts bis man am Ende ein wirklich schönes und kindgerechtes Material hat – das gefällt mir am besten an meinem Beruf.

Mir gefällt es außerdem gut, wenn ich positives Feedback auf unsere Materialien bekomme, also wenn sich Kunden per Mail melden, bei Facebook posten oder uns am Stand auf der didacta Bildungsmesse besuchen. Das ist ein tolles Gefühl, wenn die Materialien, an denen man mit den Autoren und Illustratoren fleißig gearbeitet hat, in der Praxis gut ankommen 🙂 .

Was mir überhaupt nicht gefällt? Am meisten nervt es mich, wenn mein Textverarbeitungsprogramm nicht so möchte wie ich 🙂 . Wenn das Programm zum Beispiel alle Formatierungen durcheinander bringt und ich dann wieder ewig auf Fehlersuche gehen muss.

5. Was würden Sie anderen Lehrerinnen und Lehrern raten, die über einen Plan B nachdenken?

Fragen Sie sich, was Sie während der Referendariatszeit oder davor besonders gut oder gern gemacht haben. Das kann zum Beispiel das Erstellen von Unterrichtsmaterialien oder der Umgang mit Kindern sein. Ausgehend von diesem Talent können Sie dann überlegen, welche anderen Berufe dazu passen.

Klar ist es erst einmal nicht so einfach, wenn es mit dem Traumberuf Lehrer nicht klappt. Aber oft stellt sich (im Nachhinein) der Plan B dann doch als der richtige Weg heraus.

Um es mit Udo Lindenberg zu sagen:

„Ja du machst dein Ding
Egal was die ander’n sagen
Du gehst deinen Weg
Ob geradeaus, schräg
Das is‘ doch egal“

(Udo Lindenberg: Mein Ding. Aus dem Album: Stark wie Zwei. Universal Music Publishing Group, 2008)

Gerd Wilkes Alltag in 3 Bildern

Erste "Amtshandlung" am Morgen: E-Mails checken

Eine typische Tätigkeit: Texte überarbeiten

Lieblingsmoment: Die Freude am Schreiben

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