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Persönliches Zeugnis für Schüler*innen: Ein Werkzeug der Wertschätzung und Motivation

Die Zeit der Notenvergabe und Zeugnisse steht vor der Tür. Für viele Lehrkräfte bedeutet dies eine intensive Phase des Bewertens und Reflektierens. Während die herkömmlichen Zeugnisse eine wichtige Rolle bei der Dokumentation der schulischen Leistungen der Kinder spielen, gibt es eine wertvolle Ergänzung, die oft übersehen wird: das persönliche Zeugnis. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie ein persönliches Zeugnis erstellen können und welche Aspekte es beinhalten sollte.

Warum ein persönliches Zeugnis?

Ein persönliches Zeugnis bietet die Möglichkeit, jenseits von Noten die individuellen Stärken, Fähigkeiten und die persönliche Entwicklung jedes Kindes zu würdigen. So kann eine ganzheitlichere Rückmeldung gegeben werden. Hier können auch soziale Fähigkeiten, besondere Talente und persönliche Fortschritte hervorgehoben werden. Diese Art der Anerkennung kann für die Schüler*innen eine enorme Motivation sein und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Was sollte ein persönliches Zeugnis enthalten?

Ein persönliches Zeugnis sollte verschiedene Aspekte des Schullebens abdecken.

Eine schulische Leistungsbewertung in Form von Noten hat auf dem persönlichen Zeugnis nichts verloren. Gehen Sie stattdessen auf individuelle Fortschritte oder besondere Leistungen ein, die das Kind während des Schuljahres erbracht hat und präsentieren Sie diese in einem positiven Licht, zum Beispiel „Du hast in diesem Jahr viele Herausforderungen gemeistert. Weiter so!“ oder „Deine Entschlossenheit und dein Durchhaltevermögen sind beeindruckend. Du kannst stolz auf dich sein!“

Auch soziale Fähigkeiten dürfen hier gerne zur Sprache kommen. Heben Sie etwa hervor, wie das Kind mit anderen interagiert, zum Beispiel „Du bist freundlich und hilfst immer deinen Mitschülern sowie Mitschülerinnen“ oder „Du kannst gut mit anderen zusammenarbeiten und bist ein wichtiger Teil dieser Klasse.“ Eine solche Bemerkung kann auch zurückhaltende Kinder unterstützen, an sich selbst zu glauben. „Deine Spielideen in der Pause sind so fantasievoll, sodass deine Freunde und Freundinnen immer gern mit dir spielen.“ Auch solche Sätze können ermutigend wirken, wenn ein Kind sich nicht traut neue Freundschaften aufzubauen.

Jedes Kind hat einzigartige Talente, persönliche Stärken und Interessen. Diese können im persönlichen Zeugnis Platz finden, etwa „Du kannst toll zeichnen und beeindruckst immer wieder mit deinen kreativen Ideen“ oder „Deine sportlichen Fähigkeiten sind hervorragend. Du zeigst großen Einsatz und Teamgeist.“ Hier kann es auch um Fachgebiete gehen, die im Lehrplan nicht berücksichtigt werden. Kinder mit besonderen Interessen wie Mineralogie, Modellbau oder Ähnlichem können eine Würdigung ihres Wissens erfahren. Manchmal ist dafür im Sachunterricht keine Zeit, die Sie sich an dieser Stelle jedoch nehmen können.

Abschließend dürfen auch ein paar gute Wünsche für das kommende Schuljahr nicht fehlen, wie zum Beispiel „Ich wünsche dir, dass du weiterhin an dich glaubst und jeden Tag mit neuem Mut und Entschlossenheit angehst. Deine Fortschritte sind beeindruckend!“ oder „Ich wünsche dir, dass du deine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bewahrst. Hoffentlich kannst du weiterhin so positiv auf deine Mitschülerinnen und Mitschüler wirken.“

Die Art und Weise, wie Sie die Sätze formulieren, kann einen großen Einfluss auf die Wirkung des Zeugnisses haben. Die Sprache sollte stets ermutigend, positiv und respektvoll sein. Sie sollten die Stärken hervorheben und gleichzeitig konstruktive Rückmeldungen geben, die das Kind anspornen, weiter an sich zu arbeiten.

Weitere Formulierungsvorschläge für ein persönliches Zeugnis haben wir Ihnen auf dieser Vorlage zusammengestellt.

Bildquelle:
Mädchen an der Tafel © AdobeStock_190789542, Urheber*in: Lukassek

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