Besser unterrichten, Entspannter in der Schule

5 Vorsätze für das neue Schuljahr

Willkommen im neuen Schuljahr! Schön, dass Sie in eine neue Runde starten. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für kleine oder größere Veränderungen, die den Alltag sinnvoller, angenehmer oder effektiver machen. Greifen Sie deshalb nach Lust und Laune bei unseren Vorsätzen zu … und genießen Sie die Wirkungen.

1. Eine neue Morgenroutine: kein Stress mehr vor der Schule

Der Vorsatz:

„Ab sofort richte ich meine Kleidung für den nächsten Schultag immer schon am Abend vorher. Ich packe dabei auch gleich meine Schultasche, sodass ich morgens nur noch den fertigen Pausensnack aus dem Kühlschrank holen und in die Tasche stecken muss. Morgens stehe ich außerdem lieber fünfzehn Minuten früher auf, um noch gemütlich zu frühstücken. So starte ich ruhig in den Tag und bin für alles gewappnet.“

So klappt’s:

Schreiben Sie sich für die Anfangszeit einen Stundenplan mit festen Zeiten, zum Beispiel: „22:30 Uhr: Schultasche packen, Pausensnack und Kleidung richten; 06:30 Uhr: aufstehen; „7:00–7:15 Uhr: Frühstück“. Das hört sich etwas penibel an, doch es hilft dabei, das Ritual einzuführen. Denn laut einer Studie des European Journal of Social Psychology dauert es durchschnittlich 66 Tage, eine neue Gewohnheit dauerhaft einzuführen. Danach können Sie es ja wieder lockerer angehen.

Tipp:

Wenn Sie Lust dazu haben, führen Sie ein Morgen-Tagebuch. Notieren Sie darin jeden Morgen beim Frühstück genau einen Satz, der Ihnen gerade wichtig ist. Das kann eine Art Tagesmotto sein, aber auch ein persönliches Ziel oder ein Gefühl. Das Tagebuch hilft Ihnen dabei, für einen Moment aus dem Gedankenkarussell auszubrechen, sich selbst zu reflektieren und durch den Abstand des Aufschreibens zur Ruhe zu kommen.

2. Ein neues Begrüßungsritual: jedem Kind zeigen, dass es wichtig ist

Der Vorsatz:

„Im neuen Schuljahr begrüße ich jedes Kind morgens einzeln mit Handschlag. Danach wünsche ich allen einen guten Morgen – und meine es so! Jede Schülerin und jeder Schüler soll das Gefühl haben, dass er oder sie besonders ist und ich sie oder ihn wirklich wertschätze.“

So klappt’s:

Begrüßen Sie die Klasse zunächst gegebenenfalls so wie gewohnt. Erklären Sie dann, dass Sie ein neues Begrüßungsritual einführen möchten. Bitten Sie die Kinder, sich dafür ohne Schuhe auf ihre Stühle zu stellen oder sich alternativ auf ihren Tisch zu setzen. Jeden Morgen sollen die Kinder das machen, wenn Sie die Klasse betreten. Denn wer sich auf einen Stuhl stellt oder sich auf einen Tisch setzt, wechselt automatisch die Perspektive … und erkennt leichter, dass es gleich losgeht. Sie stellen daraufhin Ihre Tasche ab und laufen an allen Stühlen vorbei und klatschen bei jedem Kind ab. Wer einen Handschlag bekommen hat, steigt vom Stuhl oder Tisch herunter. Wenn kein Kind mehr auf seinem Stuhl steht oder auf dem Tisch sitzt, begrüßen sich alle gleichzeitig: „Guten Morgen!“ Klingt nun richtig kraftvoll! Danach dürfen sich alle Kinder gemeinsam setzen. Durch dieses Ritual kann sich die Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern verbessern. Probieren Sie es aus!

Tipp:

Unabhängig davon wie Ihr Tag bisher war – achten Sie darauf, jedes Kind beim Abklatschen anzulächeln.

3. Nein sagen: bewusst auswählen, wofür man sich einsetzt … und wofür nicht

Der Vorsatz:

„Ob Wunsch der Schulleitung, Kollegenbitte oder Elternvorschlag: Meine Ressourcen sind begrenzt. Mache ich mehr, als ich eigentlich kann, geht das langfristig auf Kosten der Qualität meiner Arbeit … oder meiner Lebensqualität. Im neuen Schuljahr gehe ich daher verantwortungsvoll mit meiner Zeit um … und habe dafür mehr davon. Bei Projekten, die ich nicht sinnvoll finde oder wenn es mir zu viel wird, mache ich nicht mit.“

So klappt’s:

Stellen Sie sich jetzt sofort jeweils eine typische Situation vor, in denen Ihre Schulleitung, eine Kollegin oder ein Kollege und ein Elternvertreter etwas von Ihnen einfordert, das Ihre Zeit in Anspruch nimmt. Legen Sie sich zu jeder Situation eine Antwort zurecht. Das klappt am besten, indem Sie einen festen Satz auswendig lernen, den Sie später auch einsetzen können, wenn Sie überrumpelt werden. Zum Beispiel: „Das klingt nach einem/r wirklich interessanten Projekt/Vorschlag/Idee. Allerdings kann ich das leider nicht übernehmen. Ich habe momentan schon zu viel auf dem Tisch.“ Sagen Sie sich den Satz mehrfach vor, damit Sie ihn im Falle eines Falles parat haben.

Tipp:

Manche Gesprächspartner sind hartnäckig. Lassen Sie sich nicht weichklopfen. Wiederholen Sie Ihren Satz gegebenenfalls noch einmal. Bleiben Sie dabei freundlich, aber bestimmt. Keine Angst, Sie werden sich gut fühlen, wenn Ihr Gegenüber das „Nein“ dann schließlich akzeptiert hat.

4. Gesunde Pause: mehr Energie und Genuss beim Pausensnack

Der Vorsatz:

„Ich will mehr Kraft haben, wach sein und mich einfach rundum wohl in meiner Haut fühlen. Damit das klappt, ernähre ich mich ab sofort gesünder – vor allem in den Pausen. Statt mir zum Beispiel ein Teilchen beim Bäcker zu holen, mache ich mir am Vorabend in Ruhe einen Pausensnack. Das kann zum Beispiel ein Couscous-Salat oder ein Avocado-Sandwich mit Tomaten und Gurkenscheiben sein. Natürlich auch wichtig: Es muss richtig lecker sein! Damit Genuss und Gesundheit zusammengehören!“

So klappt’s:

Wie bei Vorsatz 1 kann ein Stundenplan dabei helfen, das Ritual einzuführen. Damit es nicht so viel Zeit beansprucht, könnten Sie sich auch mit einer Kollegin oder einem Kollegen zusammentun. Dann bereiten Sie die Snacks für den Folgetag immer abwechselnd zu. Zu zweit lässt es sich auch leichter durchhalten – und die Hemmung ist höher, einfach doch zum Bäcker zu laufen.

Tipp:

Stöbern Sie im Internet nach tollen Pausensnacks und legen Sie sich eine Rezeptsammlung zu. Das inspiriert zu mehr Abwechslung!

5. Clean-Desk-Policy: endlich Ordnung auf dem Schreibtisch

Der Vorsatz:

„Ich will einen tiptop aufgeräumten Schreibtisch haben, an dem ich mich gut auf meine Vorbereitungen und Korrekturen konzentrieren kann. Alles soll einen festen Platz haben, damit ich es schnell finde.“

So klappt’s:

Machen Sie zunächst Inventur. Räumen Sie alles vom Schreibtisch und nehmen Sie dann jeden Gegenstand einzeln in die Hand: Wann haben Sie das zum letzten Mal benutzt? Brauchen Sie das wirklich? Nur dann organisieren Sie es neu auf dem Tisch. Je freier der Tisch am Anfang, desto weniger leicht müllt er zu. Trennen Sie sich von allzu vielen „Stehrümseln“ auf dem Tisch.

Die wilde Papierflut reduzieren Sie in Zukunft mit einer konsequent geführten Agenda gegen die Zettelwirtschaft und einem guten Ablagesystem gegen die Dokumentenstapel. Ob Sie übereinander gesetzte Ablageboxen, Registermappen oder klassische Ordner verwenden, lassen Sie keine Papiere lose auf dem Tisch liegen. Auch Kombinationen können sinnvoll sein, zum Beispiel nach Fächern kategorisierte Registermappen für die Unterrichtsvorbereitung und zusätzlich Ablageboxen für Briefe, zum Beispiel mit den Kategorien „To do“, „Wiedervorlage“ und „für den Hinterkopf“. Legen Sie einen regelmäßigen Termin fest, zu dem Sie die Papiere in der „Wiedervorlage“ durchgehen. Führen Sie außerdem das Ritual ein: Nach der Arbeit wird der Schreibtisch wieder freigeräumt. Das macht den Kopf frei – und Sie starten ordentlich in den nächsten Tag.

Tipp:

Organisieren Sie gleich auch Ihren E-Mail-Posteingang mit. Legen Sie Ordner an, – zum Beispiel nach den Kategorien „Eltern“, „Kollegen“ und „Schulleitung“ – löschen Sie alte Mails und organisieren Sie regelmäßige Back-ups für Ihre Dokumente.

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